
Ein Abend voller Dankbarkeit und Gemeinschaft
Am vergangenen Wochenende feierte die Kirchengemeinde Temnitz ihr jährliches Ehrenamtsfest – ein herzliches Dankeschön an all jene, die das Gemeindeleben mit ihrem Engagement, ihrer Zeit und ihrem Glauben bereichern.

In einer warmen, fröhlichen Atmosphäre kamen Menschen zusammen, die auf ganz unterschiedliche Weise dazu beitragen, dass die Kirche in Temnitz lebendig bleibt.

Die Musik der jungen Musiker aus allen Teilen Temnitzs – war überschwänglich – vielleicht ein wenig zu laut für die Ein oder Andere, aber genau richtig beschwingt für den schönen Abend.

Ein Fest für die Sinne
Nach der offiziellen Begrüßung wartete ein liebevoll vorbereitetes Buffet mit hausgemachten Speisen. Für jeden Geschmack war etwas dabei – Vielfalt auch auf dem Teller.


Zwischen Gesprächen, Lachen und Musik entstand eine Atmosphäre, die gleichermaßen festlich wie familiär wirkte.

Rückblick und Ausblick
Ein kurzer Jahresrückblick erinnerte an besondere Momente der letzten Monate: gelungene Gottesdienste, Begegnungen, Projekte und Hilfsaktionen. Gleichzeitig wurde auch in die Zukunft geblickt – mit neuen Ideen, die ohne das Ehrenamt gar nicht denkbar wären. Die Einladung zur Mitgestaltung weiterer Projekte wurde von vielen mit Freude aufgenommen.

Dank, der von Herzen kommt
Das Ehrenamtsfest machte auf wunderbare Weise deutlich: Ehrenamt ist mehr als eine Aufgabe – es ist gelebte Nächstenliebe. Es verbindet Menschen, stärkt die Gemeinschaft und schenkt der Kirchengemeinde Temnitz ein Gesicht, das warmherzig, aktiv und vielfältig ist.
Die Kirchengemeinde sagt allen Ehrenamtlichen: Danke, dass ihr da seid. Danke, dass ihr eure Zeit schenkt. Danke, dass ihr diese Gemeinde lebendig haltet.
Predigt der Andacht von Alexander Stojanovic
Am Eingang habt ihr alle eine kleine Murmel bekommen.
Eine kleine Glaskugel – unscheinbar und doch faszinierend.
Sie liegt gut in der Hand, glatt und rund, bunt und klar.
Und sie erzählt: Etwas kommt ins Rollen.
So wie ihr – jede und jeder auf eigene Weise.
Ihr bringt Dinge in Bewegung: in der Gemeinde, im Dorf, im
Netzwerk Zukunft T.
Ihr macht das Leben bunter, menschlicher, gemeinsamer.

Ich erinnere mich an ein Murmelspiel aus meiner Kindheit.
Wir hockten im Sand, zeichneten eine kleine Bahn, eine Grube, ein Ziel.
Jeder hatte seine Lieblingsmurmel – die rote, die marmorierte, die mit der kleinen Luftblase in der Mitte.
Und dann ging’s los: klack, klack,
mal ein Volltreffer, mal daneben, mal flog eine Murmel aus der Bahn und manchmal rollte sie wie von selbst genau ins Ziel.
Eine Murmel ist rund. Sie läuft, wenn sie angestoßen wird.
Aber sie bleibt stehen, wenn niemand sie anstößt.
So ist das auch mit dem Leben.
Und so ist es mit Engagement, mit Ehrenamt, mit Gemeinschaft.
Ihr alle – egal ob ihr im Gemeindekirchenrat arbeitet,
ob ihr ein Fest plant, die Pfadfinder und Konfirmanden begleitet, ob ihr in der Kirche musiziert,
für saubere Kirchen und Friedhöfe sorgt
oder in Zukunft T Bäume mitdenken und umsetzt,
Nachbarn vernetzt, Ideen spinnt oder konkret baut, in Frauen- und Seniorenkreisen aktiv seid,
im Chor sing oder unsere Gottesdienst begleitet –
ihr seid Menschen, die etwas ins Rollen bringen.
Menschen, die nicht warten, bis „jemand anderes“ anfängt, sondern die selbst anstoßen.
Und das Wunder beginnt, wenn viele Murmeln gemeinsam rollen.
Wenn wir sie in Bewegung setzen, stoßen sie sich gegenseitig an, treffen aufeinander und plötzlich entsteht ein Muster, ein Spiel, eine Dynamik.
Manchmal laut, manchmal leise.
Manchmal unberechenbar, aber voller Leben.Seite von
So ist das auch mit unseren Dörfern, unseren Netzwerken, unseren Gemeinden:
Es braucht viele, die sich berühren lassen, die sich bewegen, die ihre Energie teilen.
Dann rollt etwas. Dann entsteht Zukunft.
Und vielleicht ist genau das das Schönste am Ehrenamt: dass es aus Freiheit geschieht.
Nicht aus Zwang, nicht, weil jemand „muss“.
Sondern weil jemand will, weil jemand glaubt, dass es sich lohnt, Zeit, Kraft und Herzblut zu schenken.
Gott hat die Welt so geschaffen, dass sie rund läuft, wenn Menschen sich bewegen.
Und jede Bewegung zählt.
Auch die kleine.
Ein Gruß. Ein Besuch. Ein Gedanke. Ein Gebet. Ein Stück Kuchen.
Es sind die unscheinbaren Dinge, die das Leben tragen.
Aber manchmal – das wissen wir alle – rollt die Murmel aus der Bahn.
Wir werden müde. Manchmal fehlt der Schwung, oder der Boden ist uneben und die Richtung stimmt nicht mehr.
Dann braucht es andere, die sanft anschubsen.
Ein Netzwerk. Eine Gemeinschaft.
Menschen, die sagen: „Komm, wir rollen zusammen weiter.“
Ich glaube, das ist Gottes Idee von Gemeinschaft:
Nicht, dass jede Murmel für sich selbst glänzt, sondern dass wir einander in Bewegung halten.
Dass keiner liegen bleibt. Dass wir uns gegenseitig tragen, anstoßen, erinnern, feiern.
Vielleicht kannst du heute Abend mal deine Murmel anschauen.
Sie spiegelt dich – und sie spiegelt andere. In ihr zeigt sich Licht, Bewegung, Farbe.
So bist du Teil eines großen Spiels, das Gott selbst spielt.
Und er ist der, der alle Bahnen überblickt. Der weiß, wo jede Bewegung hinführt.
Der auch dann weiterspielt, wenn wir mal aus der Spur geraten.
Die Murmel in deiner Hand ist ein Zeichen:
Du bist Teil des Ganzen. Du bist nicht allein.
Du bist eine Bewegung in Gottes großer Geschichte.
Und vielleicht, wenn du sie nachher in die Tasche steckst oder zu Hause aufs Fensterbrett legst, dann denk daran:
Solange du rollst, bewegt sich die Welt. Und Gott rollt mit.
Amen.




